Es gibt viele Sachen, die ich den Leuten gerne mitteilen möchte...und doch traue ich mich nicht. Ich wäre gerne viel offener, fröhlicher und spontaner, aber da ist immer dieses Schilde, diese unsichtbare Grenze in meinem Kopf, die mich fast in den Wahnsinn treibt. Ich wäre gerne anders, aber etwas hält mich zurück, hemmt mich, stoppt mich...und lässt mich, über mich selber ärgern.
Ich wäre gerne anders...ja. Aber leider bin ich so, wie ich halt eben bin. Viele Leute mögen mich, andere hingegen können mich nicht ausstehen. Das ist der Lauf des Lebens: man kriegt nicht alles, was man sich wünscht...und erst recht nicht, wenn man Stolpersteine auf seinem Weg hat...
Eigentlich mag ich mich...ok...an den meisten Tagen mag ich mich, aber eben halt nicht IMMER! Manchmal kann ich mich selbst nicht ausstehen, dann ergeht es mir wie den Leuten, die mich so ansehen, als käme ich von einem anderen Planeten, einer anderen Galaxie. Sie schauen mich an, als gehörte ich nicht zu ihnen und dann würde ich am liebsten vom Erdboden verschluckt werden. Aber was tue ich? Ich ziehe mich zurück in meinem Schneckenhaus...oder blase das Horn zum Angriff. Es kommt immer auf meine Stimmung an: wie ich mich fühle, wie ich mich selbst an dem Tag sehe.
Ja, manchmal mag ich mich, manchmal mag ich mich nicht. Es ist ein Teufelskreis...mein Leben ist wie eine Tafel Schokolade: Ich weiss, ich sollte sie eigentlich nicht essen, aber ich tue es dennoch und beschimpfe mich dann im Nachhinein selber für meine Dummheit. Ein Zwiespalt der Gefühle, der mein Leben bestimmt.
Ich würde viel öfter gerne sagen, was ich denke, denn oftmals sind es sehr lustige oder sehr logische Gedanken. Manchmal sogar beides! ;o) Aber meist behalte ich sie für mich...und tue ich es mal nicht, kann man sich darauf verlassen, dass es genau DANN die unangebrachtesten Situationen sind, um offen zu sein. Ja, ja, oftmals ist mein Mund schneller als mein Kopf und dann stecke ich mal wieder in der Zwickmühle.
Aber eben: "Shit happens!" Das Leben ist nicht immer einfach und selbst wenn es einem bewusst ist, dass es viele Menschen gibt, denen es noch dreckiger geht, kann man dieses Gefühl des "Verarschtwerdens" nicht abstellen, es kreist und kreist im Kopf bis man fast wahnsinnig wird und sich direkt ins nächste Fettnäpfchen manövriert. Von einem Fettnäpfchen ins Nächste und dann wieder zurück. Eine geschlossene Schleife des Elends und der Scham, ein Kreislauf von negativen Erfahrungen, die man mit niemandem teilen kann, weil sich keine Blösse geben möchte...
Ja, ich habe Freunde, mit denen ich viele Sachen teilen kann, aber gewisse Teile und Geschichten des eigenen Lebens belässt man lieber im Verborgenen. Tief in den Abgründen der eigenen Seele vergraben... Geheimnisse, die man selber nicht antasten möchte, um nicht von ihnen überwältigt und hinuntergezerrt zu werden...
Meist kommen diese Gedanken nachts, wenn man völlig schutzlos in der Dunkelheit daliegt und die Schutzbarrieren gesenkt sind. Sie lauern nur darauf, dass man kurz nicht aufpasst. Genau dann stürzen sie sich auf uns.
Wenn man sich selber mag und mit dem eigenen Charakter wenig Probleme hat, kann man sie zur Seite schieben und mit dem eigenen Leben weitermachen...ohne Zweifel, Schuldgefühle oder Ängste. Wenn man diese Sicherheit jedoch nicht besitzt, liegt man da, geplagt von negativen Gefühlen und zerbricht sich den Kopf, wie man das Licht am Ende des Tunnels erreichen könnte...sollte man es überhaupt jemals finden!
Keine Frage, es gab Zeiten, in denen ich mich mochte und in denen ich nie Zweifel an meiner eigenen Persönlichkeit gehabt hätte. Aber dann, ganz plötzlich, war ich meiner nicht mehr ganz sicher. Zweifel schlichen sich in mein Unterbewusstsein und ich mochte mich von Tag zu Tag immer weniger. Mein Blick für meine Umgebung änderte sich, ständig hatte ich das Gefühl von allen anderen mit missbilligenden Blicken gestraft zu werden und so zog ich mich immer mehr zurück.
Dann kehrte ein Teil meines Selbstbewusstseins zurück und ich dachte mir nur noch: "Scheiss auf euch! Es ist mein Leben und ich lebe es so, wie ich es gerne möchte und nicht wie ihr es mir vorschreibt! Kümmert euch um eure eigenen Angelegenheiten und lasst mich in Ruhe!"
Jetzt sitze ich zwischen 2 Stühlen & weiss nicht, wofür ich mich entscheiden sollte bzw. wohin mich das Leben führen wird. Werde ich mich morgen mögen oder mich voller Zweifel betrachten? Die Nacht wird es zeigen...
Dann sehe ich am Morgen wieder in den Spiegel und denke: "Eigentlich mag ich mich..."
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