Dienstag, 25. Januar 2011

Von bekloppten Müttern und anderen Geschichten

Um überhaupt den Titel meines Blogeintrages verstehen zu können und um zu zeigen, wie bescheuert die ganze Situation ist, muss ich etwas weiter ausholen.
Vor Jahren (ca. 9 um genau zu sein) ist mein Bruder mit einem jungen Hundewelpen bei uns aufgetaucht. Er hatte ihn von einer alten Frau geschenkt bekommen und nahm ihn bei uns zu Besuch mit. Mit der Zeit liess er ihn ab und zu bei uns zu Hause, wenn er wusste, dass er am nächsten Wochenende länger arbeiten musste. Irgendwann kam es, wie es kommen musste und der Hund blieb für immer bei uns. Mein Bruder kehrte zu sich nach Hause zurück...natürlich mit einer Verantwortung weniger, die ihm auf der Tasche lastete.
Der Hund wurde zum ständigen Begleiter zuerst meines Vaters bis zu dessen Tod und dann meiner Mutter. Und meine Mutter liebt diesen Hund geradezu abgöttisch...wenn sie ihn nicht gerade hasst. Ich muss sagen, dass der Hund ihre zickigen Charakterzüge übernommen hat...leider! Wenn ihm etwas nicht passt, knurrt und schnappt er, bis er seinen Willen bekommt. Ich mag ihn schon...wenn er seine guten Tage hat...aber mit zickigen Menschen (& Hunden) kann ich echt nichts anfangen!
Jedenfalls haben sich die beiden miteinander abgefunden, sie halten sich Gesellschaft und so müssen sie nicht alleine zu Hause sitzen. Die zwei haben sich gefunden, auch wenn es ihnen vielleicht noch nicht bewusst ist. ;o) Meine Mutter mag den Hund also trotz allem.
Was passiert mir dann aber gerade vorgestern? Nur so um zu zeigen, dass ich (auch wenn ich nichts anstelle) immer an allem Schuld bin und als das schwarze Schaf der Familie gelte, hier eine schöne Situation:
Meine Mutter war am Sonntag bei meinem Onkel zu Besuch. Gegen Abend machte sie sich mit dem Hund auf den Weg nach Hause. Als ich schon längst vor mich hindöste (gemütlich bei mir zu Hause), läutete plötzlich um eine unmenschliche Zeit mein Handy. Ich nahm ab und am anderen Ende der Leitung erschallte die wütende Stimme meiner Mutter: "DEIN BLÖDER HUND IST ABGEHAUEN UND ICH MUSSTE IHM HINTERHERLAUFEN, UM IHN WIEDER EINZUFANGEN!! DAS IST ALLES DEINE SCHULD!!"
Kleine Anmerkung meinerseits:
1. Mein BRUDER hat den Hund angeschleppt!
2. Meine MUTTER hat den Hund behalten, da mein Bruder ihr Lieblingskind ist und sie ihm jeden Gefallen tun würde!
3. ICH wohne gar NICHT mehr zu Hause, sondern habe meine eigene Wohnung! (Und das aus einem ganz bestimmten Grund...könnt ihr ihn (bzw. SIE) erraten? *ironisch*)
Ja, ja...bekloppte Mütter gibt es halt wie Sand am Meer und ich hatte das (Un-)Glück, so eine zu erhalten. Man kann seine Familie ja schliesslich leider nicht auswählen... :-/ Die Welt ist ein Irrenhaus...und ich befinde mich gerade mitten drin! *seufz*

Montag, 24. Januar 2011

Ferien, Ferien, Ferien!!!

Endlich bin ich mit allen Prüfungen in der Schule fertig! Hmm...bitte nicht falsch verstehen! Auch wenn es jetzt gerade so klingt: nein, ich bin nicht mehr sooo jung...ok, sooo alt bin ich auch wieder nicht, aber egal. ;o) Jedenfalls ist endlich wieder ein Semester vorbei und ich kann endlich meine Ferien geniessen und DIE habe ich echt verdient nach der ganzen Schufterei...
Für ein Gelingen müssen jedoch noch einige Steine aus dem Weg geschafft werden: 1. Meine Mitbewohnerin, 2. Meine Mutter (beide können mir nämlich ganz gewaltig auf den Sack gehen, wenn sie einen schlechten Tag haben) und 3. Das Wetter (ich habe nämlich vor, ein wenig Zeit draussen zu verbringen und dafür brauche ich strahlenden Sonnenschein). Sollten diese 3 Punkte (oder sollte ich "Stacheln in meinem Fleisch" sagen) aus dem Weg geschafft sein (nein, ich bringe sie NICHT um die Ecke *LOL*), könnte es echt eine schöne Zeit werden! :-)
Für die Zeit bis zu meiner Abreise ins Tessin (1 Woche pure Entspannung in der Sonnenstube der Schweiz *juhuiiiii*) habe ich jedenfalls schon einige Pläne:
1. Heute habe ich schon mal meine Lieblingsepisode von "Doctor Who" geschaut (The Girl in the Fireplace - Ich lllliiiieeeebbbeee diese Episode, auch wenn das Ende echt traurig ist),
2. Ich habe festgestellt, ich komme einige Zeit auch ohne Facebook aus *gg*,
3. Ich habe mal wieder meine Emailkonten ausgemistet und so können sie weitere 300 Jahre vor sich dahinvegetieren (abgesehen von Spam-Mails für blödsinnige Sachen wie Viagra und Diäten geschieht da sehr zu meinem Leidwesen sowieso nichts),
4. Ich habe Leuten geschrieben, von denen ich schon lange nichts mehr gehört habe,
5. Ich habe mir (mal wieder) vorgenommen, etwas Sport zu treiben (im Tessin halte ich mich sowieso nicht dran, also muss ich etwas vorholen),
6. Ich habe Leuten versprochen, mich mit ihnen zu treffen (mal schauen, was mich bis dahin überhaupt noch wirklich interessiert & was ich lieber ausfallen lasse...man sollte schliesslich in den Ferien nur das tun, was man wirklich will!)
7. Ich werde versuchen, nicht mehr an den Typen zu denken, der mich so interessierte, der mir aber eine (auch wenn nette) Abfuhr erteilt hat,
8. etc. (habe zu viel vor, um alles aufzuschreiben...ob das gut gehen kann? Mal schauen...)
Und was ich sonst noch so tue? Ich schaue den Anfang von "Men in Trees" wieder, da ich die folgenden Staffeln nicht mehr so anschauen mochte (waren mir ja doch zu langweilig) und der Anfang sowieso das Beste an einer Serie ist. Ausserdem bin ich ein unglaublicher Fan von "How I Met Your Mother" geworden. Ich mag die Komik an der ganzen Situation...und ausserdem bin ich eine neugierige Person und möchte unbedingt wissen, wer nun die Mutter eigentlich ist!
Jedenfalls konnte ich all dies erst wieder tun, nachdem ich die Internetverbindung und die Telefonleitung wieder in Stand gesetzt hatte, nachdem mein Onkel alles durcheinander gebracht hatte. Wer behauptet hat, Männer und Technik verstünden sich gut, der hat gelogen!!! Ja, ja, Männer halt... Man kann nicht mit ihnen, aber ohne sie geht es auch nicht. Wobei...wenn ich es recht bedenke...ich könnte gut ohne die von ihnen verursachten Probleme leben!
So, nun muss ich eine Liste erstellen von all den Dingen, die ich im Tessin noch unternehmen möchte. :-) Sonst vergesse ich mal wieder etwas und bin dann sauer auf mich deswegen. ;oD
Ich wünsche allen noch einen wunderschönen Abend!

Montag, 17. Januar 2011

So was wie Liebe

Ok, ich gebe es zu: Ich liebe kitschige Liebesromane, in denen es immer ein Happy Ende gibt! Nicht etwa, weil mir das Cover gefallen würde, denn schliesslich sollte man ein Buch nie nach seinem Umschlag beurteilen (und diese, welche ich lese sowieso meist extrem hässliche Bilder anbieten), sondern weil sie mit dem echten Leben rein gar nichts zu tun haben.
Wer bitte schön findet denn seinen Traumprinzen von einem Tag auf den anderen und erkennt ebenso schnell, dass dieser Typ genau der Richtige ist? Kein Mensch! Ok, vielleicht gibt es Ausnahmen, aber die bestätigen ja wiederum nur die Regel...
Liebe auf den ersten Blicke...hmmm...das will einfach nicht in meinem Schädel passen irgendwie. Auch Liebe auf den zweiten Blick kommt mir etwas suspekt und unwahrscheinlich vor. Wenn man sich verliebt, liegt es meistens am 100. oder 1'000. Blick, dem man einer Person gönnt!
Das ist unromantisch, meint ihr? Nein, nur realistisch! Ich liebe gute (und manchmal auch schlechte) Liebesgeschichten und ich bin auch eine grosse Romantikerin, nur leider habe ich in meinem eigenen Leben und den Leuten in meinem Bekanntenkreis nie von Liebe auf den 1. Blick sprechen hören...
Es heisst meist: "Ich habe diesen heissen Typen kennengelernt und wir waren was zusammen trinken." Oder auch: "Gott, ich kann diesen Kerl sowas von nicht ausstehen!!!" Und dann kommt alles anders, man läuft sich ständig über den Weg, fängt bei Gelegenheit ein Gespräch an und trifft sich dann mal zu einem zwanglosen Date, sollte die Chemie stimmen. Liebe entwickelt sich mit der Zeit, sie entsteht nicht ganz plötzlich von einer Sekunde zur nächsten!
Und den Traummann trifft man erst recht nicht! Wir haben alle eine Liste (auch wenn die meisten es nie im Leben zugeben würden) mit Eigenschaften, die den perfekten Partner ausmachen sollten. Meistens ist die Liste so lang, dass die ganzen Papiervorräte dieser Welt nicht ausreichen würden, möchte man sie schwarz auf weiss festhalten wollen...
Auf meiner Liste sind z.B. so viele Punkte enthalten, dass nicht mal ich mich mehr an alle erinnere! Der Mann sollte es am Ende jedenfalls schaffen, meine ganze Welt auf den Kopf zu stellen (natürlich im positiven Sinne gemeint!) und mich mit seinem Humor überraschen, mich zum Lachen bringen...
Aber wer hat bis jetzt schon einen Menschen kennengelernt, auf den alle Punkt der Liste zutreffen?! Niemand! Denn es ist auch eine Sache der Unmöglichkeit, alle Punkte zu erfüllen, meist sind es sogar paradoxe Eigenschaften, die diese Person ausmachen sollten... Und wie man weiss, ist unsere Welt nicht gerade für paradoxe Phänomene geschaffen.
Schaut man sich die Pärchen an, merkt man, dass meist 2 Personen zusammenkommen, die man niemals als "füreinander bestimmt" ansehen würde! Meist überrascht es diese Menschen selber, mit wem sie zusammenkommen. Sie haben sich im Kopf dieses Idealbild geschaffen und dann trifft man auf einer Person (den zukünftigen Partner), die das völlige Gegenteil dieses Idealbildes verkörpert! Der Kopf möchte zwar streiken, aber der Körper (und das Herz) sind schwach und geben nach: Das Bild passt sich von Mal zu Mal immer mehr an, bis er schlussendlich mit der Person übereinstimmt. Auch dies ist also ein Prozess oder ein Flussdiagramm, wenn man es so nennen möchte.
Was mich an Lieberomanen nun so interessiert? Dass diese Welt dort noch so versuchen kann, sich an unsere Realität zu messen und sie zu verkörpern, aber sie wird immer nur Fiktion bleiben. Die Menschen sind trotz ihrer angeblichen Fehler schlussendlich doch immer perfekt. Sie treffen auf ihren perfekten Partner, haben eine schwierige Beziehung (da sie sich meist nicht eingestehen wollen, dass aus Hass Liebe geworden ist), die sich dann in einer perfekte Beziehung verwandelt (ob da gute Feen ihre Hände im Spiel haben??) und führen dann zusammen bis an ihr Lebensende eine perfekte Ehe. Die Realität bleibt bei all diesen "perfekten" Zufälle und Verstrickungen auf der Strecke liegen...
Die Charaktere in einem Roman können noch so kompliziert oder einfach gestrickt sein, schlussendlich erobern sie immer das Herz der Person, die es sich zu erobern lohnt. Im richtigen Leben würde man immer das Arschloch auswählen und würde unglücklich werden mit ihm, sobald die rosarote Brille sich auflösen würde mit der einkehrenden klaren Sicht auf die Realität... Von Perfektion keine Spur.
Ich entfliehe mit den Büchern der alltäglichen Routine und meinem eigenen jämmerlichen Liebesleben, der praktisch nicht-existent ist und bastle mir dabei meinen eigenen perfekten Traummann, spinne mir eine spannende und extrem romantische Liebesgeschichte zusammen und warte währenddessen darauf, dass es an der Tür klingelt und wenn ich öffne, mein Traummann davor steht... Tja, leider sind dies eben nur Tagträume, die sich nie erfüllen werden, denn das Leben kann man leider nicht gerade als "traumhaft" bezeichnen...mindestens nicht in 99,9% der Fälle.
Jetzt würde mich meine Mitbewohnerin an dieser Stelle eine Pessimistin nennen und ich würde ihr wie immer darauf antworten: "Schätzchen, ich bin einfach nur ehrlich. Realisten schlagen sich eben halt mit der Wahrheit herum. Für Pessimisten ist ein Glas halbleer, für Optimisten ist es halbvoll...und uns Realisten ist es egal, hauptsache etwas alkohlisches ist drin & wir können es austrinken!"
Ja, ja. Ich denke mir immer, es wäre wunderbar gewesen, in der Regency-Epoche in England aufzuwachsen (auch wenn es mich extrem gestört hätte, mein ganzes Leben lang von den Männern der Gesellschaft abhängig zu sein), wo man noch als Debütantin auftreten konnte, wo man noch auf Männern traf, die echte Kavalliere waren und die sich zu kleiden wussten und wo man, sollte man als Frau mit 27/28 Jahren noch nicht verheiratet sein, sich hätte als alte Jungfer abstempeln lassen können. Damals wusste man mindestens, wo man stand als Frau...
Ach ja und ganz nebenbei liebe ich die Mode dieser Epoche und die Ausdrucksweise. Ausserdem gefielen mir die Manieren und die Etikette, die man an den Tag legen sollte: Eine Hand zu halten, war damals noch etwas besonderes, ein Privileg, den sich ein Mann hart verdienen musste. Und genau deswegen war es umso begehrter, eine zarte Berührung bedeutete schon einen intimen Moment, ein geteilter Augenblick, den man nur mit jemandem erleben wollte, der einem auch wirklich wichtig war. Heute ist es nicht einmal mehr intim, wenn man zusammen in der Kiste war! Wo bleiben also die Highlights in unserem Leben? Wo die schönen und romantischen Erlebnisse?
Ja, ja, ich seufze und träume in meinem kleinen Kämmerlein, während ich mich eigentlich um mein Prüfungsmaterial kümmern sollte, denn diese Woche habe ich noch Semesterexamen an meiner Schule. Die Realität ist fies, für die schönen Dinge des Lebens bleibt einfach keine Zeit... Also kann ich nur darauf hoffen, dass mich mein Held in meinen Träumen besuchen kommt: Auf seinem Pferd kommt er dahingeritten, sein schwarzes Haar weht im Wind, seine blauen (oder grünen) Augen funkeln mich schelmisch an und er reicht mir seine Hand, um mich vor sich auf den Sattel zu ziehen. Gemeinsam reiten wir dann in eine bessere Zukunft...
Ach, und weil es gerade so schön ist, mache ich mich nun auf und davon, um mich ins Land der Träume zu begeben...Gute Nacht!

Sonntag, 16. Januar 2011

Kreislauf (oder Krisenlauf) des Lebens?

Es gibt viele Sachen, die ich den Leuten gerne mitteilen möchte...und doch traue ich mich nicht. Ich wäre gerne viel offener, fröhlicher und spontaner, aber da ist immer dieses Schilde, diese unsichtbare Grenze in meinem Kopf, die mich fast in den Wahnsinn treibt. Ich wäre gerne anders, aber etwas hält mich zurück, hemmt mich, stoppt mich...und lässt mich, über mich selber ärgern.

Ich wäre gerne anders...ja. Aber leider bin ich so, wie ich halt eben bin. Viele Leute mögen mich, andere hingegen können mich nicht ausstehen. Das ist der Lauf des Lebens: man kriegt nicht alles, was man sich wünscht...und erst recht nicht, wenn man Stolpersteine auf seinem Weg hat...

Eigentlich mag ich mich...ok...an den meisten Tagen mag ich mich, aber eben halt nicht IMMER! Manchmal kann ich mich selbst nicht ausstehen, dann ergeht es mir wie den Leuten, die mich so ansehen, als käme ich von einem anderen Planeten, einer anderen Galaxie. Sie schauen mich an, als gehörte ich nicht zu ihnen und dann würde ich am liebsten vom Erdboden verschluckt werden. Aber was tue ich? Ich ziehe mich zurück in meinem Schneckenhaus...oder blase das Horn zum Angriff. Es kommt immer auf meine Stimmung an: wie ich mich fühle, wie ich mich selbst an dem Tag sehe.

Ja, manchmal mag ich mich, manchmal mag ich mich nicht. Es ist ein Teufelskreis...mein Leben ist wie eine Tafel Schokolade: Ich weiss, ich sollte sie eigentlich nicht essen, aber ich tue es dennoch und beschimpfe mich dann im Nachhinein selber für meine Dummheit. Ein Zwiespalt der Gefühle, der mein Leben bestimmt.

Ich würde viel öfter gerne sagen, was ich denke, denn oftmals sind es sehr lustige oder sehr logische Gedanken. Manchmal sogar beides! ;o) Aber meist behalte ich sie für mich...und tue ich es mal nicht, kann man sich darauf verlassen, dass es genau DANN die unangebrachtesten Situationen sind, um offen zu sein. Ja, ja, oftmals ist mein Mund schneller als mein Kopf und dann stecke ich mal wieder in der Zwickmühle.

Aber eben: "Shit happens!" Das Leben ist nicht immer einfach und selbst wenn es einem bewusst ist, dass es viele Menschen gibt, denen es noch dreckiger geht, kann man dieses Gefühl des "Verarschtwerdens" nicht abstellen, es kreist und kreist im Kopf bis man fast wahnsinnig wird und sich direkt ins nächste Fettnäpfchen manövriert. Von einem Fettnäpfchen ins Nächste und dann wieder zurück. Eine geschlossene Schleife des Elends und der Scham, ein Kreislauf von negativen Erfahrungen, die man mit niemandem teilen kann, weil sich keine Blösse geben möchte...

Ja, ich habe Freunde, mit denen ich viele Sachen teilen kann, aber gewisse Teile und Geschichten des eigenen Lebens belässt man lieber im Verborgenen. Tief in den Abgründen der eigenen Seele vergraben... Geheimnisse, die man selber nicht antasten möchte, um nicht von ihnen überwältigt und hinuntergezerrt zu werden...

Meist kommen diese Gedanken nachts, wenn man völlig schutzlos in der Dunkelheit daliegt und die Schutzbarrieren gesenkt sind. Sie lauern nur darauf, dass man kurz nicht aufpasst. Genau dann stürzen sie sich auf uns.

Wenn man sich selber mag und mit dem eigenen Charakter wenig Probleme hat, kann man sie zur Seite schieben und mit dem eigenen Leben weitermachen...ohne Zweifel, Schuldgefühle oder Ängste. Wenn man diese Sicherheit jedoch nicht besitzt, liegt man da, geplagt von negativen Gefühlen und zerbricht sich den Kopf, wie man das Licht am Ende des Tunnels erreichen könnte...sollte man es überhaupt jemals finden!

Keine Frage, es gab Zeiten, in denen ich mich mochte und in denen ich nie Zweifel an meiner eigenen Persönlichkeit gehabt hätte. Aber dann, ganz plötzlich, war ich meiner nicht mehr ganz sicher. Zweifel schlichen sich in mein Unterbewusstsein und ich mochte mich von Tag zu Tag immer weniger. Mein Blick für meine Umgebung änderte sich, ständig hatte ich das Gefühl von allen anderen mit missbilligenden Blicken gestraft zu werden und so zog ich mich immer mehr zurück.

Dann kehrte ein Teil meines Selbstbewusstseins zurück und ich dachte mir nur noch: "Scheiss auf euch! Es ist mein Leben und ich lebe es so, wie ich es gerne möchte und nicht wie ihr es mir vorschreibt! Kümmert euch um eure eigenen Angelegenheiten und lasst mich in Ruhe!"

Jetzt sitze ich zwischen 2 Stühlen & weiss nicht, wofür ich mich entscheiden sollte bzw. wohin mich das Leben führen wird. Werde ich mich morgen mögen oder mich voller Zweifel betrachten? Die Nacht wird es zeigen...

Dann sehe ich am Morgen wieder in den Spiegel und denke: "Eigentlich mag ich mich..."

Dienstag, 31. August 2010

Flugzeuge und Sternschnuppen?

"Can we pretend that airplanes in the night sky are like shooting stars?"

Ok, das erste Mal, das ich dieses Lied von B.O.B. feat. Hayley Williams gehört habe bzw. diese Liedzeil, war mir gar nicht eingefallen, wie unsinnig es logisch gesehen ist.

Sternschnuppen fallen normalerweise enorm schnell nach unten auf die Erde und genau deswegen sind sie ja so besonders, schliesslich kann man sie praktisch nur eine Sekunde lang sehen und verpasst man diese eine Chance, wird man nie einen Wunsche anbringen können...

Wären Sternschnuppen wirklich Flugzeuge würde dies bedeuten, dass das Flugzeug gerade abstürzt, denn bei einer normalen Landung dürfen sie nur mit einer geringen Geschwindigkeit die Landung antreten.
Habt ihr denn schon mal eine Sternschnuppe nach oben wandern sehen? Oder vielleicht so langsam den Weg nach unten antreten sehen (und ich meine nicht damit so etwas wie der Komet Halley!)? Denn wäre dies der Fall, könnte man sich evtl. wirklich vorstellen, dass ein Flugzeug uns unsere Wünsche erfüllen kann...

Hier das Video, der mich zum heutigen Blogeintrag inspiriert hat:
http://www.youtube.com/watch?v=kn6-c223DUU&ob=av2e

Montag, 5. Juli 2010

Ein völlig verrückter Tag

Vor einiger Zeit, an einem wunderschönen Freitag, hatte ich mich entschieden, mit einer Kollegin eine kleine Reise zu unternehmen und ganz spontan irgendwohin zu fahren. Wir haben so ein kleines Ritual und zwar geht es darum, dass wir versuchen, uns fast an jedem Freitag zu treffen (wenn möglich), um den Zug zu nehmen und jedesmal eine neue Stadt zu besuchen. Klingt echt nett, birgt aber dennoch so einige Tücken, vor allem wenn man etwas unzuverlässige Reisepartner hat...

Als ich also schon um 4.30 Uhr morgens wach war - nachdem ich am Abend vorher erst um 1.oo Uhr ins Bett gelangt war wegen meiner Mitbewohnerin und ihrem Freund - und meine Taschen noch fertig packen musste, musst ich natürlich in der Wohnung ganz leise herumschleichen... (habe ich schon mal erwähnt, dass "schleichen" nicht gerade zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehört???)

Wieso, fragt ihr euch jetzt wohl? Ganz einfach, während ich wegen gewissen Menschen erst spät ins Bett hatte gehen können - dazu hatten diese 2 Personen noch bis in den frühen Morgenstunden laut einen Film im Wohnzimmer geschaut - weil die Mitbewohnerin noch mit ihrem Freund im Bett lag und nicht gestört werden wollte!! *grr*

Ungerecht, oder? Vielleicht hätte ich mir ein kleines "Dankeschön" für die beiden überlegen sollen, um ihnen ein "gutes" Erwachen sicherzustellen...mein klingelnder Wecker vor ihrer Tür zum Beispiel!! ^^ Nett wie ich aber nun mal bin, habe ich es dann aber nicht getan (ok, Zeitmangel war wohl auch ein weiterer Grund dafür, nicht nur mein nettes Naturell).

Ich war also schon zu früher Stunde ganz schön angepisst,...packte also meine Tasche, schlich lautlos durch die Wohnung, duschte nicht einmal (aus Angst ich könnte sie aufwecken - Nettsein macht leider nicht sauber, musste ich mit Bedauern feststellen...) und als ich mir dann immerhin eine Tasse Kaffee gönnen wollte, musste ich feststellen, dass meine Milch alle war und ich mich so verhungert und ohne Frühstück auf dem Weg machen musste.

Ich hetzte also zuerst auf den Zug, da der Bus sich genau vor meiner Nase verabschiedet hatte, musste ich bis zum Bahnhof rennen (keine leichte Sache mit so viel Gepäck, dass selbst ein Elefant darunter zusammenbrechen würde...), sprang gerade in letzter Sekunde auf der Plattform, wo mein Zug stand und quetschte mich durch die sich schliessende Türen. *puh*
Vor mich herschwitzend musste ich zu meinem Leidwesen erkennen, dass praktisch fast keine Plätze mehr frei waren (und die, die es noch gab, waren mit meinem Gepäckausmass unerreichbar von meinem Standort aus) und so blieb ich mich für den ersten Teil meiner Strecke stehen...

Zum Glück verabschiedeten sich nach etwa einer halben Stunde die meisten Leute und verzogen sich weiter und ich sprintete wie verrückt (ok, elegant sah dies wohl nicht gerade aus - wohl eher sogar wie ein wildgewordener Stier - war mir aber so was von schnurzpiepegal in dem Augenblick!) auf die nächsten Sitzplätze zu, wo ich meine Taschen auf den Nebensitz beförderte und ich erleichtert all vier Extremitäten von mir streckte.

I
ch wechselte dann noch nach einer weiteren halben Stunde den Zug, schnaufte da schon langsam wie eine kleine Lokomotive (wie Frauen packen ja bekanntlich den ganzen Haushalt schon ein, wenn wir eine Tasche zur Verfügung haben...ich hatte sogar 2 dabei und man (Frau) stelle sich da die Möglichkeiten vor, die sich bieten...) und natürlich hatte der Zug genau an dem Tag weiter als sonst fahren müssen, was mich der Unterführung leider kein Stück näher brachte (Gott hatte an dem Tag wohl keine Gnade mit mir...) sondern mich fast am anderen Ende des Bahnhofs beförderte... *seufz*

Fast schon auf allen vieren kriechend, schaffte ich es doch noch pünktlich mein Anschluss zu erwischen - ich war gerade auf dem Sitz neben der Tür gesunken, als der Zug auch schon abffuhr - und tuckerte meinem ersehnten Hafen näher. Nach einem weiteren Wechsel - mit Ächzen, Stöhnen und Fluchen - kam ich endlich zu Hause an und erinnerte mich daran, dass der Bus erst in etwa 15 Minuten ankommen würde, was mir aber zu viel Zeit kosten würde und so ging es weiter zu Fuss.... Kleine Randnotiz: Ich glaube, ich werde etwas Geld spenden, falls es ein Fond für arme Packesel gibt, die hätten sich nämlich wirklich ein schönes Leben verdient!

Kaum zu Hause angekommen, warf ich alle Taschen von mir, gönnt mir ein Schluck Wasser und der Gedanke, mir was zu futtern zu besorgen, macht sich in mir breit, da mein Bauch vor nagendem Hunger sich für sich stark macht bzw. sich laut machte seinem Knurren nach (die Geräusche waren nicht mehr zu überhören...). Leider war aber mein Aufenthalt knapp bemessen mit den einberechneten 5 Minuten (fast hätte ich mir den Gang zu Toilette verkniffen, aber so gestört bin nicht mal ich!!) und so schnappte ich mir meine kleine Tasche und lief auch schon wieder los und dieses Mal auf den nächsten Bus zum Bahnhof (wobei ich sogar bis zur Busstation rennen musste, um den Zeitplan einzuhalten - ist es ein Wunder, dass ich jetzt eine Abneigung gegen Druck und Zeitpläne entwickelt habe?!).

Ab auf den nächsten Zug und dann raus zum vereinbarten Treffpunkt...doch von meiner Kollegin weit und breit keine Spur, obwohl sie Ort und Zeit vorgeschlagen hatte. Ich kontrollierte noch etwa 3000x meine Uhr und verglich sie mit der Bahnhofsuhr - stimmte überein - und nach einem Blick auf die SMS - Treffpunkt war auch richtig- blickte ich nochmals umher, ob ich sie doch übersehen hatte. Brille auf die Nase also und doch noch immer nix in Sicht von meiner Kollegin... Die Leute fingen schon an mich komisch von der Seite anzuschauen. Sah ich etwa aus wie eine aus dem Irrenhaus enflohene Verrückte? Ein Blick im Schaufenster bestätigte, dass ich so normal und durchschnittlich wie immer aussah - würde ich also wie eine Irre aussehen, würde auch die Hälfte der Bevölkerung vollkommen verrückt ausschauen - und ich beruhigte mich wieder etwas.

Dann machte sich ein Afrikaner an mich ran, was mich massiv störte, da ich nicht blöde da herumstand, um angemacht zu werden!!! Flirten ist ja schön und gut, aber nur wenn beide es wollen und Interesse bekunden!! Auf so war ich in dem Augenblick aber echt nicht scharf, was man an meinem Gesichtsausdruck auch leicht hätte erkennen können, wenn er sich die Zeit genommen hätte, mich vor seiner doofen Anmache "Ey, Baby!" zu betrachten!!!

Ich warf ihm dann einfach einen vernichtenden Blick zu, zeigte ihm die kalte Schulter und entfernte mich ein Stück, um weiter in Ruhe nach meiner Kollegin Ausschau zu halten. Langsam aber sicher war ich auf 100!! Und keine Antwort auf Sms und Anrufe zu bekommen, war auch nicht gerade befriedigend...

Und dann...ganz plötzlich...ein Lebenszeichen!! Wäre ich in dem Moment nicht so extrem wütend gewesen (ein Wunder, dampfte es noch nicht aus meinen Ohren und Nasenlöcher), wäre ich in echte Ekstase ausgebrochen!! ...aber eben, ich war stinkwütend!

Nein, sie hatte mir natürlich nicht früher sagen können, dass sie sowieso über eine halbe Stunde Verspätung hatte (am Ende waren es 3/4 Stunden Verspätung), weil sie sich in letzter Minute entschieden hatte, den Morgen etwas langsamer anzugehen und erst später auf den Zug zu steigen.

Etwas L-A-N-G-S-A-M-E-R anzugehen!!!! Kann es eine noch bescheuertere Ausrede geben???!!! Sag es mir doch das nächste Mal direkt, wenn du länger schlafen willst bzw. zu faul bist, um rechtzeitig aufzustehen! Dann kann ich mir mehr Schlaf, ein Frühstück, eine Dusche oder einen ordentlichen WC-Gang gönnen, ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen!! Meine Güte!!! Hätte sie in dem Augenblick neben mir gestanden, hätte ich kurzen Prozess mit ihr gemacht und ihr den Hals, ohne mit der Wimper zu zucken, umgedreht!!

Nach geschlagenen 45 Minuten (wenn nicht sogar später), kam sie in ihrem Schlendergang herangetrottet und hatte sogar noch die Frechheit zu fragen, ob ich denn lange auf sie gewartet hätte...ähm...hallo?! Wozu macht man eine Uhrzeit ab, wenn man sich treffen möchte? Sicher nicht damit der eine fast 1h später ankommt!

Hätte es in der Nähe eine Brück gehabt, hätte ich sie hinuntergestossen; wäre eine dicht befahrene Hauptstrasse da gewesen, wäre sie vor einem Bus oder Lastwagen gelandet. ^^ Sind solche Gedanken sündig? Selbst wenn man sie nicht ausführt? Dann muss am nächsten Sonntag wohl in die Kirche zum Beichten...

Immerhin hatten wir dann noch Zeit, etwas leckeres zum Essen einkaufen zu gehen: Ein Schinken-Sandwich, ein Emmi-Caffè-Latte, ein Wasser und (zur Aufmunterung) ein Pain-au-Chocolat. *lecker**lecker* Hätte ich noch etwas länger auf was zum Futtern warten müssen, hätte es wahrscheinlich bald eine Schlacht gegeben, aus der niemand hätte gerettet werden können...

Etwas besänftigt (Essen hat halt diese Wirkung auf mich...bekomme ich nichts, werde ich giftig) und auf der Suche nach Ruhe, nahmen wir denn nächsten Zug zu einer Stadt am Seeufer (ich nenne keine Namen, weil mich sonst gewisse Leute wiedererkennen würden... ;o) ). Einen Teil der Reise verschlief meine Kollegin (wie immer) und ich wunderte mich etwas, da sie ja praktisch schon die ganze Nacht und den ganze Morgen gehabt hatte, um zu schlafen (im Gegensatz zu mir)...aber es macht mir auch nichts aus, da ich so besser Fotos machen konnte, ohne dass sie ständig mit auf jedes Bild kommen wollte...

Ich liebe Landschaften und wenn immer ein Kopf ins Bild muss, kann man sie einfach nicht ins rechte Bild rücken. Nein, ich habe nichts dagegen, andere Mensch zu fotografieren! Ich mache es sogar gerne, aber wenn ich 100 Bilder schiesse, möchte ich nicht immer nur die selbe Person darauf haben...vor allem dann nicht, wenn ich lieber z.B. diese seltene Blume im speziell angelegten Rosengarten (mit sehr seltenen Sorten!) mit einer Nahaufnahme belohnt hätte!

Aber mit sich selbst inszenierenden Mensch an der Seite, rücken die Blumen nur noch im Hintergrund und man hat vorne diese Person, die sich in Pose wirft...und sich dann auch noch beschwert, weil sie auf dem entstandenen Foto fett aussieht!!! Tja, ich habe halt kein Photoshop auf meiner Kamera! Sorry! Aber wenn man eine Scheisspose einnimmt, muss man sich auch nicht wundern, wenn das Resultat "gewöhnungsbedürftig" aussieht...

Dann wird einem noch die Digicam entrissen, weil diese Person das Foto unbedingt gelöscht haben möcht...ähm...wer interessiert sich denn bitte schon dafür? Die Presse etwa? Schätze nicht, wenn man nicht gerade ein Star ist! Ausser den anwesenden Personen wird sie ja höchstwahrscheinlich sowieso niemand sehen! Ok, vielleicht die Verwandten, aber stören sie sich daran? Ein, zwei Witze und die Sache ist gegessen! Na ja...auch egal...ist mir auch wurst, wenn sie unbedingt das Foto gelöscht haben möchte, aber wenn sie bei ihrem Versuch, noch weitere zehn mitlöscht und noch die Digicam fast fallen lässt, dann werde ich echt sauer! Da würde doch jeder Mensch an seine Grenzen stossen...

In der Stadt angekommen, musste meine Kollegin dann feststellen, dass sie leider doch nicht so gut mit der Sprache in diesem Teil des Landes zurechtkam, wie sie es sich vorgestellt hatte. Ich gab keinen Mucks von mir, da sie es verdient hatte, nachdem sie mich am Morgen praktisch sitzen gelassen hatte und ihr nicht zu helfen, war die Strafe für ihr Verhalten. ^^ Hätte sie mal besser in der Schule aufgepasst, anstatt mit den Gedanken anderswo zu verweilen, wäre es für sie nicht ganz so schlimm geworden, denn dann hätte sie sich mindestens teilweise verständigen können. ;o) Nur so als Anmerkung: bei der Sprache handelte es sich um Französisch (was hier an jeder Schule unterrichtet wird)! *hihihi*

Wollen wir aber doch mal nicht zu böse werden! *gg* Weil es ein schöner Tag war, entschieden wir uns dann, noch eine Runde mit dem Schiff auf dem See zu drehen. Während meine Kollegin, kaum hatten wir uns seit 5 Minuten vom Land entfernt, einschlief, genoss ich die Aussicht (bewaffnet mit meiner Kamera natürlich) und den Anblick eines Matrosen (Typ: echter Leckerschnitten).

Die Reise kurz zusammengefasst (hat sich nicht sooo viel dabei abgespielt): Ich wurde dann noch von einem 17-jährigen Typen angequatscht, der während der Fahrt mich anschmachtete und ständig versucht, mir meine Nummer abzuknöpfen! Und das, obwohl ich ihm klipp und klar ins Gesicht gesagt hatte, dass er etwas zu jung für mich wäre und ich nicht im geringsten daran dächte, mit einem Jungspund zu tun zu haben...

Mein Gott, ich und meine Kollegin haben uns sogar den Spass erlaubt, uns über ihn lustig zu machen und ihn immer geneckt (wenn nicht sogar richtig bösartig heruntergeputzt)!! *hahaha* Schmeichelhaft war es ja schon, mal wieder von einem männlichen Wesen beachtet zu werden und umgarnt zu werden! Hätte er aber nicht mindestens 6 Jahre älter sein können?! Da kommt man sich doch echt schon fast wie ein Kinderschänder vor, selbst wenn er den Schritt gewagt hat und mich angebaggert hat... Sorry, kid, bin für so was nicht zu haben!

Am Ende konnte ich dann (zum Glück) doch noch entfliehen... *puh* Man stelle sich das bloss vor: Junge Frau muss vor einem hormongeplagten Teenager fliehen! Sein Ego hat wohl einen Kratzer abgekriegt, aber ich hoffe trotzdem für ihn, dass er daraus eine Lektion gelernt hat und sich lieber Mädchen in seinem (jungen) Alter sucht, um mit ihnen zu turteln... Kids, lasst bloss die Finger von älteren Frauen!! (Dieses Erlebnis hat mich jetzt sogar schon dazu gebracht, mich als "ältere Frau" zu bezeichnen! *grummel* Wie ärgerlich!)

Auf dem Rückweg ins Stadtzentrum rettete ich dann eine alte Dame vor einer mörderischen Schliesstür, die versucht hatte, sie dazwischen zu klemmen und ihre Knochen zu zermalmen. Ich möchte mir lieber gar nicht vorstellen, was mit ihr geschehen wäre, wäre ich in dem Augenblick nicht an Ort und Stelle gewesen, um mit der einen Hand die Tür festzuhalten und mit der anderen Hand sie geistesgegenwärtig wegzuzerren... Verbesserte dies wohl das Karma nach all meinen bösen Gedanken? Ich hoffe es und sonst ist es auch egal, denn immerhin habe ich eine nette, alte Dame vor bösen Verletzungen bewahrt...

Als ob die Geschichte mit dem Typen auf dem Schiff noch nicht genug gewesen wäre, trafen wir später am Tag noch auf einen Freund aus alten Tagen. Ich bin mit ihm sonst immer gut ausgekommen, aber seitdem versuche ich ihn zu vermeiden... *seufz* "Wieso?", fragt ihr euch jetzt bestimmt. Ja, ja...Männer und ihre Eigenarten...wer wird sie jemals verstehe? ICH schon mal sicher NICHT! *schulterzucken* *ratlos*

Naja, jedenfalls trafen wir uns also mit ihm in einem Park und er fing schon dort an, eigenartige Bemerkungen über mich loszulassen bzw. waren einige gewisse Bemerkungen darunter, die nur für meine Ohren bestimmt waren. "Seltsam, seltsam", dachte ich anfangs nur und sah ihn verwirrt an. Dann legte er plötzlich für ein Foto den Arm um mich und drückt mich ganz fest an sich (was er zuvor beim Foto mit meiner Kollegin nicht getan hat!), fast so, als würde ich ihm gehören! Mein Gedanke: "Ähm...habe ich da was verpasst?!"

Meine Kollegin betrachtete uns ganz erstaunt und ab und an traf mich ihr fragender Blick, als würde sie wissen wollen, was genau sie da zu sehen bekam. Aber wie konnte ich ihr diese unausgesprochene Frage beantworten, die in der Luft schwebte, wenn ich selbst keine Antwort darauf hatte? Ich kam mir vor, als wäre ich ins kalte Wasser geworfen worden...

Da mir das Ganze sehr unangenehm war, versuchte ich ihm möglichst aus dem Weg zu gehen: Ich sass nicht in seiner Nähe, schob praktisch immer meine Kollegin zwischen uns und sprach so wenig wie nur möglich mit ihm. Als ich mal mein Handy aus der Tasch zückte und eine Sms schrieb, versuchte er auf mein Display zu schielen! Ich brachte irritiert mein Handy aus seiner Reichweite und er versuchte kurz darauf, mit hinterhältigen Fragen herauszufinden, wem ich geschrieben hatte. Ist das etwa normal?! Ich denke echt nicht und erst recht nicht in einer rein platonischen Freundschaft!

Ich frage mich noch jetzt: Was war denn an dem Tag bloss mit der Männerwelt los? Waren alle verrückt geworden? Ok, jetzt kann ich meine frühere Frage bezüglich des Karmas selbst beantworten... *kopfschütteln*

Jedenfalls habe ich ganz erleichtert aufgeatmet, als ich beide auf einen Streich (bzw. bei ihrem Umsteigen an einem Bahnhof *gg*) los war und meinen Heimweg alleine (und entspannt) antreten konnte. Wer möchte denn schon mit 1. einem "platonisch geglaubtem" Freund, der nun eine Annäherungsversuch gestartet hat, und 2. mit einer Kollegin, die nur darauf brennt, einem unangenehme Fragen dazu zu stellen, noch länger in engem Raum in einem Zugabteil sitzen? Ich mal sicher nicht!

Und was hatte ich von dem ganzen Ausflug? Auf meinem Rückweg war ich schon etwas fertig und hatte das Gefühl, ich würde wie eine Vogelscheuche aussehen (was ich wohl auch tat, den Blicken der Leute nach urteilend...). Dazu hatte ich noch einen Sonnenbrand - das Gott sei Dank aber nicht allzu sehr brannte - mit dem ich aber trotzdem wie eine Killertomate aussah: sehr böse und mit einer rötlichen Verfärbung... Ja, ja, sind Ausflüge nicht eine schöne Sache? *ironisch*

PS: Und die Moral von der Geschicht'? Mit dem Karma hat man Glück...oder eben nicht! :-/

Montag, 28. Juni 2010

Neue Wege beschreiten?

Vor ein paar Tagen habe ich in einem Buch ein wunderschönes Zitat entdeckt, das sich mir sofort ins Gedächtnis gebrannt hat:

"Versuch nie, auf einem neuen Weg umzudrehen - du weisst nicht, welche Abenteuer dich erwarten."

Und nachdem ich es gelesen hatte, habe ich mir darüber Gedanken gemacht, ob dies denn auch zutrifft. Sollte man diesen Rat wirklich befolgen?

Meiner Meinung nach stimmt es: wenn man einen neuen Weg einschlägt, sollte man ihn auch beschreiten, um zu sehen, wohin dieser Weg uns führt. Eines Tages könnte man es bereuen, es nicht versucht zu haben und man würde sich eventuell selber hassen dafür...

Ein wenig Action im Leben zu haben, schadet sowieso nie. :-) Ich meine die ehrliche, lebensbereichende Action von der puren Sorte! Action, der man noch wirklich vertrauen kann! Wer möchte schon wie ein Spiesser leben, der nie etwas erlebt hat in seinem Leben? Abenteuer, Spannung...und wer weiss, was sonst noch alles geschehen kann? ;-)

Abenteuer gibt es schliesslich, damit man sie auch erlebt und nicht nur blöde herumsitzt und andere bei ihren Abenteuern beobachtet...

Ausserdem bieten kleine Abenteuer genau die richtige Prise Schärfe an, um sich selbst etwas beweisen zu können und immer neue Seiten an der eigenen Persönlichkeit erkennen zu können. Wer kennt sich denn schon zu 100%? Jede neue Situation bringt auch eine andere Facette zum Glänzen...

Und: Man kann so extrem viele Leute kennenlernen, wenn man es möchte. :-) Mit denen kann man dann so einiges erleben, was man sein Leben lang nie wieder vergessen wird - egal ob im postiven oder negativen Sinn - es bleibt jedenfalls eine Lektion fürs Leben.

Man lernt erst etwas im (und vom) Leben, wenn man es selbst am eigenen Leib erfährt! Und neue Wege sind da genau die richtige Lösung dafür: Sie zwingen uns, aus unserem typischen Schema auszubrechen, die Routine zu vergessen und einen Neuanfang zu wagen.

Was wohl andere dazu sagen würden, würde mich schon noch interessieren. Leider kenne ich praktische keine Menschen in meinem Leben, die sich Gedanken darüber machen würden...