Dienstag, 25. Januar 2011

Von bekloppten Müttern und anderen Geschichten

Um überhaupt den Titel meines Blogeintrages verstehen zu können und um zu zeigen, wie bescheuert die ganze Situation ist, muss ich etwas weiter ausholen.
Vor Jahren (ca. 9 um genau zu sein) ist mein Bruder mit einem jungen Hundewelpen bei uns aufgetaucht. Er hatte ihn von einer alten Frau geschenkt bekommen und nahm ihn bei uns zu Besuch mit. Mit der Zeit liess er ihn ab und zu bei uns zu Hause, wenn er wusste, dass er am nächsten Wochenende länger arbeiten musste. Irgendwann kam es, wie es kommen musste und der Hund blieb für immer bei uns. Mein Bruder kehrte zu sich nach Hause zurück...natürlich mit einer Verantwortung weniger, die ihm auf der Tasche lastete.
Der Hund wurde zum ständigen Begleiter zuerst meines Vaters bis zu dessen Tod und dann meiner Mutter. Und meine Mutter liebt diesen Hund geradezu abgöttisch...wenn sie ihn nicht gerade hasst. Ich muss sagen, dass der Hund ihre zickigen Charakterzüge übernommen hat...leider! Wenn ihm etwas nicht passt, knurrt und schnappt er, bis er seinen Willen bekommt. Ich mag ihn schon...wenn er seine guten Tage hat...aber mit zickigen Menschen (& Hunden) kann ich echt nichts anfangen!
Jedenfalls haben sich die beiden miteinander abgefunden, sie halten sich Gesellschaft und so müssen sie nicht alleine zu Hause sitzen. Die zwei haben sich gefunden, auch wenn es ihnen vielleicht noch nicht bewusst ist. ;o) Meine Mutter mag den Hund also trotz allem.
Was passiert mir dann aber gerade vorgestern? Nur so um zu zeigen, dass ich (auch wenn ich nichts anstelle) immer an allem Schuld bin und als das schwarze Schaf der Familie gelte, hier eine schöne Situation:
Meine Mutter war am Sonntag bei meinem Onkel zu Besuch. Gegen Abend machte sie sich mit dem Hund auf den Weg nach Hause. Als ich schon längst vor mich hindöste (gemütlich bei mir zu Hause), läutete plötzlich um eine unmenschliche Zeit mein Handy. Ich nahm ab und am anderen Ende der Leitung erschallte die wütende Stimme meiner Mutter: "DEIN BLÖDER HUND IST ABGEHAUEN UND ICH MUSSTE IHM HINTERHERLAUFEN, UM IHN WIEDER EINZUFANGEN!! DAS IST ALLES DEINE SCHULD!!"
Kleine Anmerkung meinerseits:
1. Mein BRUDER hat den Hund angeschleppt!
2. Meine MUTTER hat den Hund behalten, da mein Bruder ihr Lieblingskind ist und sie ihm jeden Gefallen tun würde!
3. ICH wohne gar NICHT mehr zu Hause, sondern habe meine eigene Wohnung! (Und das aus einem ganz bestimmten Grund...könnt ihr ihn (bzw. SIE) erraten? *ironisch*)
Ja, ja...bekloppte Mütter gibt es halt wie Sand am Meer und ich hatte das (Un-)Glück, so eine zu erhalten. Man kann seine Familie ja schliesslich leider nicht auswählen... :-/ Die Welt ist ein Irrenhaus...und ich befinde mich gerade mitten drin! *seufz*

Montag, 24. Januar 2011

Ferien, Ferien, Ferien!!!

Endlich bin ich mit allen Prüfungen in der Schule fertig! Hmm...bitte nicht falsch verstehen! Auch wenn es jetzt gerade so klingt: nein, ich bin nicht mehr sooo jung...ok, sooo alt bin ich auch wieder nicht, aber egal. ;o) Jedenfalls ist endlich wieder ein Semester vorbei und ich kann endlich meine Ferien geniessen und DIE habe ich echt verdient nach der ganzen Schufterei...
Für ein Gelingen müssen jedoch noch einige Steine aus dem Weg geschafft werden: 1. Meine Mitbewohnerin, 2. Meine Mutter (beide können mir nämlich ganz gewaltig auf den Sack gehen, wenn sie einen schlechten Tag haben) und 3. Das Wetter (ich habe nämlich vor, ein wenig Zeit draussen zu verbringen und dafür brauche ich strahlenden Sonnenschein). Sollten diese 3 Punkte (oder sollte ich "Stacheln in meinem Fleisch" sagen) aus dem Weg geschafft sein (nein, ich bringe sie NICHT um die Ecke *LOL*), könnte es echt eine schöne Zeit werden! :-)
Für die Zeit bis zu meiner Abreise ins Tessin (1 Woche pure Entspannung in der Sonnenstube der Schweiz *juhuiiiii*) habe ich jedenfalls schon einige Pläne:
1. Heute habe ich schon mal meine Lieblingsepisode von "Doctor Who" geschaut (The Girl in the Fireplace - Ich lllliiiieeeebbbeee diese Episode, auch wenn das Ende echt traurig ist),
2. Ich habe festgestellt, ich komme einige Zeit auch ohne Facebook aus *gg*,
3. Ich habe mal wieder meine Emailkonten ausgemistet und so können sie weitere 300 Jahre vor sich dahinvegetieren (abgesehen von Spam-Mails für blödsinnige Sachen wie Viagra und Diäten geschieht da sehr zu meinem Leidwesen sowieso nichts),
4. Ich habe Leuten geschrieben, von denen ich schon lange nichts mehr gehört habe,
5. Ich habe mir (mal wieder) vorgenommen, etwas Sport zu treiben (im Tessin halte ich mich sowieso nicht dran, also muss ich etwas vorholen),
6. Ich habe Leuten versprochen, mich mit ihnen zu treffen (mal schauen, was mich bis dahin überhaupt noch wirklich interessiert & was ich lieber ausfallen lasse...man sollte schliesslich in den Ferien nur das tun, was man wirklich will!)
7. Ich werde versuchen, nicht mehr an den Typen zu denken, der mich so interessierte, der mir aber eine (auch wenn nette) Abfuhr erteilt hat,
8. etc. (habe zu viel vor, um alles aufzuschreiben...ob das gut gehen kann? Mal schauen...)
Und was ich sonst noch so tue? Ich schaue den Anfang von "Men in Trees" wieder, da ich die folgenden Staffeln nicht mehr so anschauen mochte (waren mir ja doch zu langweilig) und der Anfang sowieso das Beste an einer Serie ist. Ausserdem bin ich ein unglaublicher Fan von "How I Met Your Mother" geworden. Ich mag die Komik an der ganzen Situation...und ausserdem bin ich eine neugierige Person und möchte unbedingt wissen, wer nun die Mutter eigentlich ist!
Jedenfalls konnte ich all dies erst wieder tun, nachdem ich die Internetverbindung und die Telefonleitung wieder in Stand gesetzt hatte, nachdem mein Onkel alles durcheinander gebracht hatte. Wer behauptet hat, Männer und Technik verstünden sich gut, der hat gelogen!!! Ja, ja, Männer halt... Man kann nicht mit ihnen, aber ohne sie geht es auch nicht. Wobei...wenn ich es recht bedenke...ich könnte gut ohne die von ihnen verursachten Probleme leben!
So, nun muss ich eine Liste erstellen von all den Dingen, die ich im Tessin noch unternehmen möchte. :-) Sonst vergesse ich mal wieder etwas und bin dann sauer auf mich deswegen. ;oD
Ich wünsche allen noch einen wunderschönen Abend!

Montag, 17. Januar 2011

So was wie Liebe

Ok, ich gebe es zu: Ich liebe kitschige Liebesromane, in denen es immer ein Happy Ende gibt! Nicht etwa, weil mir das Cover gefallen würde, denn schliesslich sollte man ein Buch nie nach seinem Umschlag beurteilen (und diese, welche ich lese sowieso meist extrem hässliche Bilder anbieten), sondern weil sie mit dem echten Leben rein gar nichts zu tun haben.
Wer bitte schön findet denn seinen Traumprinzen von einem Tag auf den anderen und erkennt ebenso schnell, dass dieser Typ genau der Richtige ist? Kein Mensch! Ok, vielleicht gibt es Ausnahmen, aber die bestätigen ja wiederum nur die Regel...
Liebe auf den ersten Blicke...hmmm...das will einfach nicht in meinem Schädel passen irgendwie. Auch Liebe auf den zweiten Blick kommt mir etwas suspekt und unwahrscheinlich vor. Wenn man sich verliebt, liegt es meistens am 100. oder 1'000. Blick, dem man einer Person gönnt!
Das ist unromantisch, meint ihr? Nein, nur realistisch! Ich liebe gute (und manchmal auch schlechte) Liebesgeschichten und ich bin auch eine grosse Romantikerin, nur leider habe ich in meinem eigenen Leben und den Leuten in meinem Bekanntenkreis nie von Liebe auf den 1. Blick sprechen hören...
Es heisst meist: "Ich habe diesen heissen Typen kennengelernt und wir waren was zusammen trinken." Oder auch: "Gott, ich kann diesen Kerl sowas von nicht ausstehen!!!" Und dann kommt alles anders, man läuft sich ständig über den Weg, fängt bei Gelegenheit ein Gespräch an und trifft sich dann mal zu einem zwanglosen Date, sollte die Chemie stimmen. Liebe entwickelt sich mit der Zeit, sie entsteht nicht ganz plötzlich von einer Sekunde zur nächsten!
Und den Traummann trifft man erst recht nicht! Wir haben alle eine Liste (auch wenn die meisten es nie im Leben zugeben würden) mit Eigenschaften, die den perfekten Partner ausmachen sollten. Meistens ist die Liste so lang, dass die ganzen Papiervorräte dieser Welt nicht ausreichen würden, möchte man sie schwarz auf weiss festhalten wollen...
Auf meiner Liste sind z.B. so viele Punkte enthalten, dass nicht mal ich mich mehr an alle erinnere! Der Mann sollte es am Ende jedenfalls schaffen, meine ganze Welt auf den Kopf zu stellen (natürlich im positiven Sinne gemeint!) und mich mit seinem Humor überraschen, mich zum Lachen bringen...
Aber wer hat bis jetzt schon einen Menschen kennengelernt, auf den alle Punkt der Liste zutreffen?! Niemand! Denn es ist auch eine Sache der Unmöglichkeit, alle Punkte zu erfüllen, meist sind es sogar paradoxe Eigenschaften, die diese Person ausmachen sollten... Und wie man weiss, ist unsere Welt nicht gerade für paradoxe Phänomene geschaffen.
Schaut man sich die Pärchen an, merkt man, dass meist 2 Personen zusammenkommen, die man niemals als "füreinander bestimmt" ansehen würde! Meist überrascht es diese Menschen selber, mit wem sie zusammenkommen. Sie haben sich im Kopf dieses Idealbild geschaffen und dann trifft man auf einer Person (den zukünftigen Partner), die das völlige Gegenteil dieses Idealbildes verkörpert! Der Kopf möchte zwar streiken, aber der Körper (und das Herz) sind schwach und geben nach: Das Bild passt sich von Mal zu Mal immer mehr an, bis er schlussendlich mit der Person übereinstimmt. Auch dies ist also ein Prozess oder ein Flussdiagramm, wenn man es so nennen möchte.
Was mich an Lieberomanen nun so interessiert? Dass diese Welt dort noch so versuchen kann, sich an unsere Realität zu messen und sie zu verkörpern, aber sie wird immer nur Fiktion bleiben. Die Menschen sind trotz ihrer angeblichen Fehler schlussendlich doch immer perfekt. Sie treffen auf ihren perfekten Partner, haben eine schwierige Beziehung (da sie sich meist nicht eingestehen wollen, dass aus Hass Liebe geworden ist), die sich dann in einer perfekte Beziehung verwandelt (ob da gute Feen ihre Hände im Spiel haben??) und führen dann zusammen bis an ihr Lebensende eine perfekte Ehe. Die Realität bleibt bei all diesen "perfekten" Zufälle und Verstrickungen auf der Strecke liegen...
Die Charaktere in einem Roman können noch so kompliziert oder einfach gestrickt sein, schlussendlich erobern sie immer das Herz der Person, die es sich zu erobern lohnt. Im richtigen Leben würde man immer das Arschloch auswählen und würde unglücklich werden mit ihm, sobald die rosarote Brille sich auflösen würde mit der einkehrenden klaren Sicht auf die Realität... Von Perfektion keine Spur.
Ich entfliehe mit den Büchern der alltäglichen Routine und meinem eigenen jämmerlichen Liebesleben, der praktisch nicht-existent ist und bastle mir dabei meinen eigenen perfekten Traummann, spinne mir eine spannende und extrem romantische Liebesgeschichte zusammen und warte währenddessen darauf, dass es an der Tür klingelt und wenn ich öffne, mein Traummann davor steht... Tja, leider sind dies eben nur Tagträume, die sich nie erfüllen werden, denn das Leben kann man leider nicht gerade als "traumhaft" bezeichnen...mindestens nicht in 99,9% der Fälle.
Jetzt würde mich meine Mitbewohnerin an dieser Stelle eine Pessimistin nennen und ich würde ihr wie immer darauf antworten: "Schätzchen, ich bin einfach nur ehrlich. Realisten schlagen sich eben halt mit der Wahrheit herum. Für Pessimisten ist ein Glas halbleer, für Optimisten ist es halbvoll...und uns Realisten ist es egal, hauptsache etwas alkohlisches ist drin & wir können es austrinken!"
Ja, ja. Ich denke mir immer, es wäre wunderbar gewesen, in der Regency-Epoche in England aufzuwachsen (auch wenn es mich extrem gestört hätte, mein ganzes Leben lang von den Männern der Gesellschaft abhängig zu sein), wo man noch als Debütantin auftreten konnte, wo man noch auf Männern traf, die echte Kavalliere waren und die sich zu kleiden wussten und wo man, sollte man als Frau mit 27/28 Jahren noch nicht verheiratet sein, sich hätte als alte Jungfer abstempeln lassen können. Damals wusste man mindestens, wo man stand als Frau...
Ach ja und ganz nebenbei liebe ich die Mode dieser Epoche und die Ausdrucksweise. Ausserdem gefielen mir die Manieren und die Etikette, die man an den Tag legen sollte: Eine Hand zu halten, war damals noch etwas besonderes, ein Privileg, den sich ein Mann hart verdienen musste. Und genau deswegen war es umso begehrter, eine zarte Berührung bedeutete schon einen intimen Moment, ein geteilter Augenblick, den man nur mit jemandem erleben wollte, der einem auch wirklich wichtig war. Heute ist es nicht einmal mehr intim, wenn man zusammen in der Kiste war! Wo bleiben also die Highlights in unserem Leben? Wo die schönen und romantischen Erlebnisse?
Ja, ja, ich seufze und träume in meinem kleinen Kämmerlein, während ich mich eigentlich um mein Prüfungsmaterial kümmern sollte, denn diese Woche habe ich noch Semesterexamen an meiner Schule. Die Realität ist fies, für die schönen Dinge des Lebens bleibt einfach keine Zeit... Also kann ich nur darauf hoffen, dass mich mein Held in meinen Träumen besuchen kommt: Auf seinem Pferd kommt er dahingeritten, sein schwarzes Haar weht im Wind, seine blauen (oder grünen) Augen funkeln mich schelmisch an und er reicht mir seine Hand, um mich vor sich auf den Sattel zu ziehen. Gemeinsam reiten wir dann in eine bessere Zukunft...
Ach, und weil es gerade so schön ist, mache ich mich nun auf und davon, um mich ins Land der Träume zu begeben...Gute Nacht!

Sonntag, 16. Januar 2011

Kreislauf (oder Krisenlauf) des Lebens?

Es gibt viele Sachen, die ich den Leuten gerne mitteilen möchte...und doch traue ich mich nicht. Ich wäre gerne viel offener, fröhlicher und spontaner, aber da ist immer dieses Schilde, diese unsichtbare Grenze in meinem Kopf, die mich fast in den Wahnsinn treibt. Ich wäre gerne anders, aber etwas hält mich zurück, hemmt mich, stoppt mich...und lässt mich, über mich selber ärgern.

Ich wäre gerne anders...ja. Aber leider bin ich so, wie ich halt eben bin. Viele Leute mögen mich, andere hingegen können mich nicht ausstehen. Das ist der Lauf des Lebens: man kriegt nicht alles, was man sich wünscht...und erst recht nicht, wenn man Stolpersteine auf seinem Weg hat...

Eigentlich mag ich mich...ok...an den meisten Tagen mag ich mich, aber eben halt nicht IMMER! Manchmal kann ich mich selbst nicht ausstehen, dann ergeht es mir wie den Leuten, die mich so ansehen, als käme ich von einem anderen Planeten, einer anderen Galaxie. Sie schauen mich an, als gehörte ich nicht zu ihnen und dann würde ich am liebsten vom Erdboden verschluckt werden. Aber was tue ich? Ich ziehe mich zurück in meinem Schneckenhaus...oder blase das Horn zum Angriff. Es kommt immer auf meine Stimmung an: wie ich mich fühle, wie ich mich selbst an dem Tag sehe.

Ja, manchmal mag ich mich, manchmal mag ich mich nicht. Es ist ein Teufelskreis...mein Leben ist wie eine Tafel Schokolade: Ich weiss, ich sollte sie eigentlich nicht essen, aber ich tue es dennoch und beschimpfe mich dann im Nachhinein selber für meine Dummheit. Ein Zwiespalt der Gefühle, der mein Leben bestimmt.

Ich würde viel öfter gerne sagen, was ich denke, denn oftmals sind es sehr lustige oder sehr logische Gedanken. Manchmal sogar beides! ;o) Aber meist behalte ich sie für mich...und tue ich es mal nicht, kann man sich darauf verlassen, dass es genau DANN die unangebrachtesten Situationen sind, um offen zu sein. Ja, ja, oftmals ist mein Mund schneller als mein Kopf und dann stecke ich mal wieder in der Zwickmühle.

Aber eben: "Shit happens!" Das Leben ist nicht immer einfach und selbst wenn es einem bewusst ist, dass es viele Menschen gibt, denen es noch dreckiger geht, kann man dieses Gefühl des "Verarschtwerdens" nicht abstellen, es kreist und kreist im Kopf bis man fast wahnsinnig wird und sich direkt ins nächste Fettnäpfchen manövriert. Von einem Fettnäpfchen ins Nächste und dann wieder zurück. Eine geschlossene Schleife des Elends und der Scham, ein Kreislauf von negativen Erfahrungen, die man mit niemandem teilen kann, weil sich keine Blösse geben möchte...

Ja, ich habe Freunde, mit denen ich viele Sachen teilen kann, aber gewisse Teile und Geschichten des eigenen Lebens belässt man lieber im Verborgenen. Tief in den Abgründen der eigenen Seele vergraben... Geheimnisse, die man selber nicht antasten möchte, um nicht von ihnen überwältigt und hinuntergezerrt zu werden...

Meist kommen diese Gedanken nachts, wenn man völlig schutzlos in der Dunkelheit daliegt und die Schutzbarrieren gesenkt sind. Sie lauern nur darauf, dass man kurz nicht aufpasst. Genau dann stürzen sie sich auf uns.

Wenn man sich selber mag und mit dem eigenen Charakter wenig Probleme hat, kann man sie zur Seite schieben und mit dem eigenen Leben weitermachen...ohne Zweifel, Schuldgefühle oder Ängste. Wenn man diese Sicherheit jedoch nicht besitzt, liegt man da, geplagt von negativen Gefühlen und zerbricht sich den Kopf, wie man das Licht am Ende des Tunnels erreichen könnte...sollte man es überhaupt jemals finden!

Keine Frage, es gab Zeiten, in denen ich mich mochte und in denen ich nie Zweifel an meiner eigenen Persönlichkeit gehabt hätte. Aber dann, ganz plötzlich, war ich meiner nicht mehr ganz sicher. Zweifel schlichen sich in mein Unterbewusstsein und ich mochte mich von Tag zu Tag immer weniger. Mein Blick für meine Umgebung änderte sich, ständig hatte ich das Gefühl von allen anderen mit missbilligenden Blicken gestraft zu werden und so zog ich mich immer mehr zurück.

Dann kehrte ein Teil meines Selbstbewusstseins zurück und ich dachte mir nur noch: "Scheiss auf euch! Es ist mein Leben und ich lebe es so, wie ich es gerne möchte und nicht wie ihr es mir vorschreibt! Kümmert euch um eure eigenen Angelegenheiten und lasst mich in Ruhe!"

Jetzt sitze ich zwischen 2 Stühlen & weiss nicht, wofür ich mich entscheiden sollte bzw. wohin mich das Leben führen wird. Werde ich mich morgen mögen oder mich voller Zweifel betrachten? Die Nacht wird es zeigen...

Dann sehe ich am Morgen wieder in den Spiegel und denke: "Eigentlich mag ich mich..."